E-Commerce: Händler dürfen nicht mehr jedes Produkt verkaufen
18. Juni 2012 von JochenIn früheren Zeiten hatte man es im E-Commerce Umfeld sehr leicht. Im Grunde musste man lediglich Artikel günstig beziehen können – noch nicht einmal eigene Webshops waren erforderlich. Die Waren hat man über Markplätze wie Amazon und Ebay verkauft. Mit diesem vergleichsweise simplen Konzept haben es etliche Händler sehr weit gebracht.
Doch die Zeiten des schnellen Geldes sind längst vorbei. Es ist nicht mehr ohne weiteres möglich, in den Handel schnell einzusteigen und Geld zu verdienen. Ehe man sich versieht, hat man nämlich Abmahnungen am Hals oder andere große Probleme. Dementsprechend ist die Anzahl an Vorschriften und Themen, die man mittlerweile berücksichtigen muss, immens angestiegen. Wer heute online verkaufen möchte, sollte sich ausführlich informieren, damit es nicht zum großen Paukenschlag kommt.
Wer der Meinung ist, dass E-Commerce nicht mehr schwieriger werden kann, täuscht sich. Im Grunde waren Themen wie Rückgaberecht und Verpackungspauschale erst der Anfang. In Zukunft wird auf die Shopbetreiber noch eine ganze Menge zukommen. So ist es beispielsweise zunehmend mehr Produzenten nicht mehr egal, wer ihre Produkte online vertreibt. Vor allem die Markenartikler werden aktiv: Zunehmend häufiger gehen sie bestimmte Händler vor.
Erst in der vergangenen Woche sorgte Adidas ordentlich für Schlagzeilen. Der große Sportartikel- und Bekleidunghersteller möchte ab dem nächsten Jahr sehr genau kontrollieren, wer seine Produkte verkauft. Richtlinien, die dann gelten sollen, wurden schon jetzt bekannt. Sie sehen unter anderem vor, dass ein Verkauf auf Marktplätzen ausgeschlossen ist – zumindest wenn dort nicht gezielt über Markenshops verkauft wird oder mehrere Händler aktiv sind. Amazon und Ebay fallen beispielsweise in diese Kategorie. Selbst Privatpersonen soll der Weiterverkauf ihrer gebrauchten Produkte über solche Plattformen untersagt werden.
Nun könnte man es sich als Händler leicht machen, indem man Waren nicht direkt über den Hersteller bezieht. Allerdings dürfte dies nicht viel ändern – dann wird nämlich mit großer Wahrscheinlichkeit der Lieferant dran sein. Außerdem könnte der Hersteller dennoch gegen Verkäufer vorgehen und großen rechtlichen Ärger machen.
Wer nun meint, dass Adidas in diesem Fall eine große Ausnahme ist, täuscht sich. Mittlerweile gibt es zahlreiche Markenartikeler, die den Verkauf ihrer Waren penibel kontrollieren möchten und gegen Onlinehändler gezielt vorgehen – teilweise müssen sogar Händler dran glauben, die mehrgleisig fahren und ihre Produkte sowohl über Ladengeschäfte als auch Onlineshops oder Marktplätze absetzen.
Wie Händler am besten vorgehen, um die Markenprodukte auch in Zukunft verkaufen zu dürfen, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nur schwer sagen. Generel scheint es jedoch so zu sein, dass eigene Shops zweifelsohne dabei helfen: Marktplätze wie Ebay und Co sind bei den Markenartiklern hingegen weniger gern gesehen. Aber auch Umsatzvolumina könnten von großer Bedeutung sein.