Facebook ist für Social-Media weiterhin besser geeignet als Twitter
12. Juni 2012 von JochenDer große Facebook Hype in den Social-Media Kreisen dürfte allmählich beendet sein. Dies natürlich nichts mit dem misslungenen Börsengang des weltgrößten Social-Networks zu tun, sondern viel mehr mit den Erkenntnissen, die immer mehr Nutzer gewinnen. Längst ist klar, dass die Kosten von Social-Media Aktivitäten deutlich höher liegen, als man früher vermutet hat. Zugleich werden die Konkurrenten immer besser – der Konkurrenzdruck steigt. Abgesehen davon sind Marketingaktivitäten auf Facebook mit einem steigenden Risiko verbunden: Man begibt sich in Abhängigkeit eines großen Unternehmens.
Diese Abhängigkeit darf nicht unterschätzt werden. Eines der zweifelsfrei besten Beispiele dieser Abhängigkeit ist die Einführung von EdgeRank und Promoted Post. Es genügt nicht mehr, auf Facebook präsent zu sein und einen großen Stamm an Fans mit guten Inhalten zu überzeugen. Denn viele Posts kommen bei den Fans gar nicht an bzw. erscheinen dort nicht im Stream. Wer seine Reichweite vergrößern möchte, muss bezahlen: Mit den Promoted Posts will Facebook eine große Geldquelle erschließen.
Aufgrund dieser Entwicklung ist zweifelsohne Vorsicht angebracht: Publisher müssen damit rechnen, dass sich Facebook weitere Gemeinheiten einfallen lässt. Dementsprechend ist es gar nicht einmal so schlecht, sich anderweitig umzusehen bzw. über die Nutzung weiterer Social-Media Kanäle nachzudenken. Allerdings ist es nicht empfehlenswert, Facebook vollständig den Rücken zu kehren. Ganz im Gegenteil: Facebook ist ein erstklassiger Social-Media Kanal – und dies wird sicherlich auch noch eine ganze Weile so bleiben.
Es sind vor allem die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten, die Facebook so attraktiv machen. Schon allein die Tatsache, dass Facebook von ca. einer Milliarde Personen mehr oder weniger aktiv genutzt wird, spricht für sich. Die Zielgruppe ist im Social-Network tätig, es gilt sie lediglich zu finden und dann von sich zu überzeugen.
Hinzu kommen vielfältige Möglichkeiten der Kommunikation. Gerade hier hat Facebook gegenüber Twitter klar die Nase vorn: Konversationen können länger sein und werden schlichtweg übersichtlicher dargestellt. Zumal sich Inhalte wie Bilder oder Videos direkt anzeigen lassen – mehr Komfort geht kaum noch. Genau deshalb werden die Nutzer auch nicht so schnell auf andere Social-Media Plattformen umsteigen.
Unternehmen, die im Social-Media sehr aktiv sind, werden sich daher weiterhin auf Facebook konzentrieren müssen – schon allein die erzielbare Reichweite spricht hierfür. Zugleich gilt es zu hoffen, dass neue Einschränkungen oder Kostenmodelle möglichst ausbleiben. Leider muss es beim Hoffen bleiben, denn wirklich absichern kann man sich nicht.