Promoted Posts verderben die Freude am Facebook Marketing
4. Juni 2012 von JochenWer seine Fans kennt und daher genau weiß, wie guter Content auszusehen hat, konnte mit Facebook bislang ausgezeichneten Traffic erzeugen. Da überrascht es auch nicht, dass zunehmend mehr Publisher auf Facebook aktiv werden: Mit einer gut betreuten Fanseite lässt sich eine ganze Menge erreichen.
Man denke nur einmal an die Vorzüge gegenüber dem klassischen Email-Marketing. Im Hinblick auf die heutige Datenschutzdebatte ist es gar nicht mehr so einfach, die Datenbank zu vergrößern. Die Nutzer sind mit der Herausgabe ihrer Emailadressen sehr vorsichtig geworden. Außerdem ist der Aufwand nicht zu unterschätzen: Damit sich die Empfänger aus den Newslettern nicht austragen, gilt es richtig guten und meist auch umfassenden Content zu produzieren. Facebook ist da schon praktischer. Da genügen teilweise sehr kurze Beiträge, um eine Menge Aufmerksamkeit zu gewinnen und die Anzal der Fans steigen zu lassen.
Doch leider ist Facebook längst nicht der Online-Marketing Himmel. Denn kaum beginnt es Spaß zu machen, bei Facebook aktiv zu sein, treten auch schon Neuerungen in Erscheinung, die einem so richtig die gute Laune verderben. Dies gilt besonders für den so genannten EdgeRank.
Ohne zwei auszuholen: Der EdgeRank ist nichts anderes als eine Reichweitenverkürzung. Weil die Anzahl an Nachrichten im Stream immer größer wird, nimmt Facebook eine mehr oder weniger gezielte Filterung vor. Die Nutzer bekommen gar nicht mehr alle Posts zu sehen, weil sie sonst womöglich den Überblick verlieren würden.
Für den Publisher ist dies weniger erfreulich – auch wenn Facebook eine Lösung anbietet. Diese Lösung nennt sich Promoted Post. Im Wesentlichen geht es darum, dass Facebook die ursprüngliche Reichweiter wieder herstellt, sich aber dafür im Gegenzug bezahlen lässt.
Aus Sicht des Publishers handelt es sich hierbei um ein großes Ärgernis. Immerhin trägt man mit seinem guten Content dazu bei, die Attraktivität von Facebook zu steigern – und nun soll man auch noch dafür bezahlen, dass der Content bei den Fans sichtbar wird?
Zumal die Promoted Posts noch nicht so wirklich gut funktionieren sollen. In den vergangenen Tagen sind erste Beiträge erschienen, die Auswertungen zu Tests enthielten. Demnach sollen die Promoted Posts längst nicht die Reichweite erzielen, die Facebook verspricht. Auch die Statistiken sollen noch nicht stimmen bzw. teilweise liegen sogar widersprüchliche Daten vor. Dies ist sehr schade, denn sofern man Geld für die Veröffentlichung von Posts bezahlt, sollte sich dies auch lohnen. Aber warten wir mal ab, denn noch stecken die Promoted Posts in den Kinderschuhen.