Apple kommt mit digitalen Zeitungen nicht klar
30. Juni 2010 von JochenMit dem iBook Store will Apple im Bereich der E-Books so richtig durchstarten. Kein Wunder: Beim hohen Verbreitungsgrad von iPhone und iPad bietet es sich an, einen weiteren Vertriebskanal für digitale Inhalte zu etablieren.
Allerdings sollte dieser Kanal dann auch funktionieren – was derzeit jedoch nicht der Fall ist. Diese Erfahrung musste die taz machen. Als erste Zeitung im iBook Store startete man voll durch. Jedoch kann es schon nach kurzer Zeit zum Problem: Das Einstellen aktueller Ausgaben dauert zu lange – bis die digitale Zeitung bei den Lesern ankam, war sie schon veraltet.
Mit zahlreichen Tricks (z.B. dem Aktualisieren alter Ausgaben) wurde versucht, der Lage Herr zu werden. Dennoch konnte man nicht den Komfort bieten, den sich der Leser wünscht. Das Einschalten von Apple hat wenig geholfen: Anstatt dem Verlag zu helfen, wurde kurzerhand entschieden, dass der iBook Store für Zeitungen nicht geeignet ist.
Solch eine Aussage ist schon traurig. Auf der einen Seite will Apple zum großen Content-Lieferant avancieren, auf der anderen Seite befindet man sich nicht in der Lage, derartige Probleme anzugehen. Da scheint sich Amazon mit seiner Plattform für den Kindle deutlich mehr Mühe gegeben zu haben.