Spreading Junk: Ist Twitter fast nur dummes Bullshit-Gelaber?
20. April 2010 von JochenKeine Frage: Twitter kann durchaus nützlich sein. Die Betonung des vorangegangenen Satzes liegt jedoch auf „kann“ – wenn ich mir die Tweets ansehe, die besonders häufig per Retweet die Runde machen, dann stelle ich den Nutzen von Twitter gelegentlich in Frage.
Eines der besten Beispiele ist die Startseite von Rivva.de, die ich jeden Tag überfliege, um mir einen schnellen Überblick zu verschaffen. Rivva ist zweifelsfrei ein toller Service – letztlich kann Betreiber Frank Westphal auch nichts dafür, welche Inhalte seine Social Media Tool-Sammlung aufgreift. Damit meine ich besonders die gefeaturten Tweets. Der Großteil der Tweets ist meines Erachtens nichts anderes als reine Selbstdarstellung.
Da versuchen sich Leute mit ihren pseudo-intellektullen Tweets aus der Masse hervorzuheben – und die Masse ist dann auch noch so blöde, den Nonsens zu retweeten. Hier mal ein paar Beispiele typischer Tweets, wie man sie jeden Tag vorfindet und die aus meiner Sicht einfach nur nervig sind.
Peterschink: Schon merkwĂĽrdig. Erst geht Island pleite, dann zĂĽnden sie die Insel an. Riecht nach Versicherungsbetrug #ash
Udo Vetter: Denkt eigentlich auch jemand an die Hersteller von Tomatensaft?
Mario Sixtus: Vermutung: 92,45% der Erwähnungen von Eyjafjallajökull in der Presse hätten ohne Copy & Paste nie stattgefunden. #ashtag
Der Führer: Froie mich aof das Gäbortstagskränzchen mit Härmann und Josäph. Eva hat för ons gäbacken: Braunies.
Diese Liste könnte man unendlich fortführen, doch im Grunde sagen die Beispiele schon alles.
Nun werden einige Leute bestimmt sagen, dass ich die Tweets nicht lesen muss. Das ist richtig, aber ich möchte mich mit Hilfe von Rivva informieren. Deshalb werde ich auch weiterhin dort vorbeischauen und mir meine tägliche Portion pseudo-intellektuellen Schwachsinns abholen – ganz in der Hoffnung, dass die Leute dazu lernen (egal ob Tweet-Schreiber oder Retweeter) und diese Tweets langfristig von der Bildfläche verschwinden.