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Selten so gelacht: Wie Online-Werbung sein soll

24. März 2010 von Jochen

Vorher musste ich wirklich lachen, als ich über einen offenen Brief an die Online-Werbebranche gestolpert bin. Es werden utopische Forderungen gestellt, welche der Werbung jegliche Möglichkeiten nehmen.

Auf der einen Seite kann ich es nachvollziehen, dass sich Leute von der Werbung genervt fühlen. Aber man kann es auch übertreiben – außerdem müssen die Publisher ihre Webangebote finanzieren. Dementsprechend sollte man nicht so pingelig sein. Hier die einzelnen Forderungen und mein Kommentar dazu:

Keine Animationen: Was soll das bitte? Wer sich an Animationen stört, müsste beim Fernsehen ja geradezu einen Nervenzusammenbruch erleiden.

Kein Sound: Einer von zwei Punkten, denen ich zustimme – Sound muss nicht unbedingt sein.

Kein Flash: Total lächerlich – irgendwie muss man ja ein wenig Interaktivität in die Werbemittel hineinbekommen.

Keine Werbung, die sich über Inhalte legt: Auch hier stimme ich zu.

Keine Schnüffelei: Grenzwertig. Teilweise stimme ich zu, teilweise auch nicht. Die Leute meinen geradezu, man würde sie total ausspionieren. Dabei interessiert im Endeffekt keine Sau, was sie machen. Und wenn die Werbung dadurch besser auf sie abgestimmt ist, ist es doch umso besser. Dann passt sie wenigstens!

Keine Viren: Ach ne – was soll dieser Punkt denn bitte? Als ob seriöse Publisher und Advertiser absichtlich Viren verteilen.

Via Yuccatree und Carta

3 Kommentare zu “Selten so gelacht: Wie Online-Werbung sein soll”
  1. Enno

    “Keine Animationen: Was soll das bitte? Wer sich an Animationen stört, müsste beim Fernsehen ja geradezu einen Nervenzusammenbruch erleiden.” -> du kannst aber doch bitte Fernesehen nicht mit schriftlichen Medien vergleichen. Wenn ich fernsehe (oder Videos schaue) stören mich Animationen natürlich nicht. Wenn ich aber lese und mich auf einen Text konzentriere, wird es sehr nervig, wenn neben oder im Text was rumhampelt.

  2. Dentaku

    Zum Punkt “Keine Viren” sei kurz an Vorkommnisse wie dies erinnert: Schädliche Werbebanner auf Handelsblatt.de und Zeit.de (heise.de)

    Die Aufforderung, Bilder bei der Aufnahme in den Werbeserver neu zu codieren, damit eventueller Schadcode entfernt wird (so klein wie möglich könnten sie bei der Gelegenheit auch werden), ergibt doch durchaus Sinn, oder?

  3. Jan Schejbal

    Es freut mich, dass mein offener Brief wenigstens ankommt, und ehrlich gesagt habe ich genau diese Reaktion erwartet, auch wenn ich auf mehr Vernunft gehofft habe. Ich habs ja geschrieben – fasst euch an die eigene Nase und überlegt, warum die Leute Adblocker einsetzen – sie sind genervt. Wie gesagt, es ist eure Entscheidung, was für Werbung ihr anbietet – aber diese Entscheidung bleibt nicht folgenlos.

    Enno hat zu Animationen schon genug gesagt. Es nervt.

    Damit zusammen mit dem Sound fällt auch der Hauptgrund für Flash weg. Glaub mir, mit nicht-Flash-Werbung erreicht man mehr Leute, weil viele Flashblock & Co haben. Gerade wegen der tollen “Interaktivität”, die du für nötig hältst, die Seitenbesucher aber offenbar nicht…

    Genauso mit dem Datenschutz – es ist egal wie ihr es seht, es kommt darauf an, wie die Seitenbesucher das sehen…

    Und zu den Viren: Natürlich würde kein seriöser Publisher und Advertiser das absichtlich machen, aber sie verhindern es offensichtlich (siehe die zahlreichen Vorfälle gerade auch auf großen Seiten) nicht wirksam genug. Also ist Werbung ein Sicherheitsrisiko, und bei etwas, was mir keinen nennenswerten Mehrwert bietet, bin ich bei Sicherheitsrisiken *sehr* empfindlich.

    Klar können Werbetreibende diese Punkte als lächerlich, übertrieben, unrealistisch und unnötig ansehen. Die Nutzer können dann allerdings auch ihren Werbeblocker als sinnvoll, angemessen, realistisch und nötig ansehen.

    Wie ich bereits schrieb: You choose.

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