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Girokonto für die maximale finanzielle FreiheitJeder braucht es, jeder hat es: Ohne das berühmt berüchtigte Girokonto für die täglichen Geldgeschäfte wären wir im Alltag unlängst verloren gegangen.
Drei Dinge, die Ihnen auf einer einsamen Insel fehlen würden? Handy, Fernsehen und das Girokonto, des Deutschen liebstes Finanzutensil. Das klassische Girokonto gibt es seit den 1970er Jahren. Der Begriff „Giro“ bedeutet im Italienischen „Kreisen“ – das Geld kreist also während seiner Verweildauer auf dem Konto im so genannten Geldschöpfungssystem der Geschäftsbanken. Hierbei verfügt die Bank über eine bestimmte Sichteinlage an Geschäftsbankengeld. Im Klartext: Die Bank kann mit Ihrem auf dem Konto gelassenen Geld arbeiten und Zinsen erwirtschaften. Dieser Prozess ist als „passive Geldschöpfung“ bekannt: Zahlt Kunde Geld bei seiner Hausbank ein, erhält er dafür eine Gutschrift (Sichteinlage) auf seinem Girokonto. Seine verfügbare Geldmenge hat sich demzufolge nicht verändert: Dem Verlust an Bargeld durch die Einzahlung bei der Bank steht nun die gleiche Menge an Sichtguthaben auf dem Konto gegenüber. So simpel kann das System, dass die weltweite Finanzwelt täglich bestimmt, sein. Obwohl die Geschichte des Girokontos bis 1910 zurückgeht, wurden Löhne in den 1950er Jahren noch bar ausgehändigt – die altbekannte „Lohntüte“ lässt grüßen. Auch Miete oder Stromrechnung hat man bar beglichen. Zu dieser Zeit wuchs das Bankensystem im Wirtschaftsboom des Nachkriegseuropa erheblich und so auch der Druck auf die Unternehmen, ihre Mitarbeiter vom bargeldlosen Zahlen zu überzeugen. Mehr oder weniger wurden Angestellte und Arbeiter gezwungen, ein bargeldloses Konto bei der jeweiligen Partnerbank des Arbeitgebers einzurichten – das Girokonto war geboren. Spätestens seit den Neunzigern kommt man ohne ein Konto nicht mehr aus, da immer weniger Waren und Dienstleistungen bar bezahlt werden können. Bestimmte Dienstleistungszweige wie Autovermieter oder Billigfluggesellschaften nehmen sogar gar kein Bargeld mehr an – hier ist ein Girokonto oder gar eine Kreditkarte Pflicht. Besonders Menschen mit negativen Einträgen bei der Schutzgemeinschaft für Allgemeine Kreditsicherung erhalten oft kein Girokonto, da die Banken hier chronisch überzogene Konten und Verluste fürchten. Betroffene Personen werden mit diesem Urteil vom täglichen Finanzwelt ausgeschlossen und in ihrem Handeln eingeschränkt: Nicht zuletzt deswegen fordern Schuldnerverbände seit Jahren ein Girokonto auf Guthabenbasis, das man wie die Handykarte aufladen kann. |
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