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Gehälter sind oft ungerecht, aber mit Geschick verhandelbar

Auch wenn man immer sagt, über Geld spreche man nicht, wenn es um die verschiedenen Gehälter geht, sollte man sich nicht scheuen, eine Erhöhung zu fordern.

Gehälter sind verschieden und Arbeitsabhängig. Das weiß jeder. Gut für diejenigen, die nicht in der freien Wirtschaft tätig sind, und ihre Gehälter über Tarifbestimmungen erhalten. Je nach Tarifstufe und Tarifgruppe werden die Gehälter automatisch angepasst. Anders verhält sich das in der freien Wirtschaft und vor allem auf dem Dienstleistungssektor, denn hier sind prinzipiell alle Gehälter frei verhandelbar. Dabei gibt es Lohngruppen in einem unteren Bereich, wo Arbeitnehmer nicht mehr verdienen, als der Sozialhilfesatz hoch ist. Sie bekommen quasi ein Gehalt am Limit des Existenzminimums und gehen trotzdem arbeiten.

Da ist es aber auch verständlich, dass es weiterhin Menschen gibt, die sich dann sagen, dass sich die Arbeit für solche schlechten Gehälter nicht lohnt und gleich Hartz IV beantragen. Doch auch nicht jeder Arbeitgeber, der im tariflichen Bereich Arbeitsplätze anbietet, ist daran gebunden, die offiziell geregelten Tarifgehälter zu zahlen. Gehälter nach tariflichen Vereinbarungen müssen nur von Arbeitgebern gezahlt werden, die gleichzeitig in einem tariflichen Arbeitgeber Verband organisiert sind. Dann sind die Gehälter nach Tarifen bindend. Erhöhungen finden dann aber auch nur statt, wenn die Gewerkschaft auf neue Tarifverhandlungen pochen und somit eine Steigerung erwirken können.

Gehälter sollten regelmäßig überprüft werden, und zwar von denen, die sie verdienen. Arbeitnehmer dürfen sich nicht davor scheuen, eine Gehaltserhöhung zu fordern, wenn sie das Gefühl bekommen, schon zu lange auf dem gleichen Gehalt zu sitzen und das dieses nicht mehr den Leistungen angemessen ist. Von alleine kommen Arbeitgeber nun mal nicht auf die Idee, Gehälter zu erhöhen. Wer in seiner Berufsklasse keine Übersicht hat, wie die durchschnittlichen Gehälter einzustufen sind, der kann sich über das Arbeitsamt schlau machen, oder im Internet recherchieren.

Das ist auch wichtig für Menschen, die sich gerade auf einen Arbeitsplatzwechsel vorbereiten, denn im Vorstellungsgespräch kommt früher oder später die Frage nach den Gehaltsvorstellungen. Da sollte man möglichst nicht sprachlos sein. Die Forderung nach höheren Gehältern ist nur dann erfolgreich, wenn man seine Forderungen auch mit Daten, Fakten und Leistungen belegen kann. Daher lohnt es sich, vor jeder Gehaltsverhandlung einen Gehaltscheck durchzuführen. Denn eine Zufriedenheit mit dem eigenen Gehalt stellt sich nur ein, wenn man weiß, ob es dem individuellen Marktwert entspricht.

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