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Stellensuche: Das Arbeitsamt im Wandel der Zeit

Das Arbeitsamt, oder Bundesagentur für Arbeit wie es neuerdings heißt, ist für viele immer noch Synonym für die Kehrseite des Wohlstandslandes Deutschland.

Deutschland hat die magische Marke der fünf Millionen Arbeitslosen erreicht – von Wegen Wohlstand für alle und reichstes Land Europas. Die Arbeitslosenzahl steigt an, immer weniger Jugendliche finden Ausbildungsplätze und die Parteien zerreißen sich an diesen Themen regelrecht in der Luft. Abziehbild dieser Misere ist das gute, alte Arbeitsamt, das inzwischen in Bundesagentur für Arbeit (BA) umgetauft wurde.

Diese sich selbst verwaltende Institution mit Hauptsitz in Nürnberg ist gemäß Definition für Arbeitsbeschaffung und die Förderung der Arbeitssuchenden zuständig. Die Geschichte des Amtes geht bis ins Vorkriegsdeutschland zurück: Schon 1925 gab es eine Anlaufstelle für Arbeitssuchende, von denen es zu Zeiten der großen Wirtschaftskrise der 1920er Jahre überproportional viele gab. Hier wurzelt auch die Idee des Angebot und Nachfrage-Konzepts: Unternehmer melden freie Stellen, das Arbeitsamt inseriert diese und vermittelt wiederum die Arbeitssuchenden an die Unternehmer.

Ein Konzept, das bis heute überlebt hat und zuletzt stark in der Kritik stand: Zu träge sei die ganze Maschinerie zu veraltet die Methoden. Man sollte sich mehr als Agentur, eine Art unabhängiger Dienstleister verstehen, schrieen manche Politiker auf: Gesagt, getan – mit der Bundesagentur für Arbeit wurde die Stellenvergabe dezentralisiert und in ein Konkurrenzverhältnis mit den privaten Arbeitsvermittlern gestellt. Wie gut die getragenen Früchte nun sind, bleibt abzuwarten: Noch befindet sich der Arbeitsmarkttrend unaufhaltsam auf dem absteigenden Ast, wie schon zu Zeiten des Arbeitsamtes in seiner klassischen Form.

Finanziert wird der als zu teuer abgestempelte Verwaltungsapparat aus den Beiträgen zur so genannten Arbeitslosenversicherung, in die man als Angestellter einzahlt. Wer dem neuartigen „Mini-Job“ nachgeht, muss in diese nicht einzahlen: Der Lohn ist hier schon von vornherein extrem niedrig. Dieser „Mini-Job“ war Teil der letzten großen Reform des Arbeitsamtes. Entsprechende Modernisierungsversuche wurden aktiv seit 1995 mehr oder weniger erfolgreich durchgeführt. Fakt ist, dass das Arbeitsamt in seiner heutigen Form als Agentur noch lange nicht dort ist, wo man es hinhaben will: Erst wenn die Arbeitslosenquote in deutschen Breitengraden spürbar sinkt, kann man von einem Teilerfolg berichten. Bis dahin bleibt die Diskussion um Arbeit, die es gibt und dann doch nicht gibt, ein paukenschlagendes Argumentationsinstrument im Wahlkampf.

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